Medienstandort Bayern

Fakten

Bayern ist der führende Medienstandort Deutschlands und nimmt auch international einen Spitzenrang ein. Zu dieser Spitzenstellung trägt neben den klassischen Medien eine ausgeprägte Informations- und Kommunikationswirtschaft bei, die vielfach mit den Medienunternehmen vernetzt ist.

Nach einer Studie der IHK für München und Oberbayern und der Landeshauptstadt München zum IuK- und Medienstandort München vom Oktober 2010 sind allein im Großraum München mehr als 29.000 Medienunternehmen ansässig.

Das Funkhaus des Bayerischen Rundfunk in München (Bild: BR / Ralf Wilschewski), © BR / Ralf Wilschewski
Das Funkhaus des Bayerischen Rundfunk in München
© BR / Ralf Wilschewski
  • Ende 2010 waren im IuK- und Medienbereich über 371.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (einschließlich 12 000 Auszubildende) beschäftigt, davon knapp 232. 550 fest angestellt und über 138.450 als freie Mitarbeiter.
  • Der erwirtschaftete Umsatz im Jahr 2010 betrug 71 Mrd. Euro, auf den klassischen Medienbereich entfielen davon 19,5 Mrd. Euro. Die Branche hat damit lediglich einen leichten Umsatzrückgang von -3,7 % zu verzeichnen, der sich jedoch nicht auf alle Teilbereiche der Branche gleich auswirkte.
  • Damit konnte München seine Top-Position als IuK- und Medienstandort auch über die Krisenjahre 2008 und 2009 hinaus behaupten.
  • Seit 2007 hat die Anzahl der IuK- und Medienunternehmen sogar um 6 % zugenommen.
  • Mit einem Investitionsvolumen von 6,6 Mrd. Euro im Jahre 2009 haben die Unternehmen die Voraussetzungen geschaffen, um den Aufschwung vorzubereiten und international wettbewerbsfähig zu bleiben.

Der Medienstandort München und Bayern insgesamt ist und bleibt für die hier angesiedelten Medienunternehmen erste Wahl. Hierzu tragen auch die zahlreichen Medienaus- und -weiterbildungseinrichtungen und der MedienCampus Bayern e.V. bei, der als Dachverband zur Koordination und Weiterentwicklung der qualitätsvollen Angebote wirkt. Ende 2010 blickt die Medienbranche durchwegs optimistisch in die Zukunft. Rund 90 % der befragten Unternhemen schätzen die aktuelle Lage zu diesem Zeitpunkt als befriedigend oder gut ein. Auch bei der eigenen Geschäftsentwicklung erwartet eine große Mehrheit der IuK- und Medienunternehmen in Bayern positive Wachstumsraten oder zumindest ein gleich bleibendes Geschäft.

 

Bayern ist ein bedeutender Standort für Druck- und Printmedien in Deutschland.

Der Printstandort Bayern ist sowohl geprägt von einem vielfältigen kreativen Angebot als auch von einem hochwertigen traditionsreichen industriellen Bereich. Ein vielfältiges Zeitungs- und Zeitschriftenangebot (z.B. Burda, Süddeutscher Verlag, Verlagsgruppe Random House) ist ebenso zu nennen, wie die herausragende Stellung Bayerns im Verlagswesen und den medienübergreifenden Initiativen.

  • Rund 6.000 Mitarbeiter versorgen Bayern flächendeckend durch Zeitungen, Webportale oder E-Paper-Ausgaben mit Informationen.
  • Täglich werden von den Mitgliedsverlagen des VBZV in Bayern ca. 2,5 Mio. Ausgaben von Zeitungen verkauft.
  • In Bayern sind 376 Buchverlage ansässig, die 2009 über 14.775 Titel (Erstauflagen) produziert haben.Der Anteil an der Gesamtproduktion Deutschlands beträgt damit 18,1% aller Titel (Nordrhein-Westfalen 14,5 %, Baden-Württemberg 14,2%, Berlin-Brandenburg 11,6 % und Hessen 8,8 %).

 

Auch als Fernseh- und Radiostandort nimmt Bayern mit Abstand den Spitzenplatz in Deutschland ein

Aufgrund der aktiven bayerischen Medienpolitik haben zum Oktober 2010 fünf bundesweite Voll- und 13 Spartenprogramme sowie 56 Pay-TV- und fünf Teleshopping-Kanäle Produktion oder Sitz in Bayern (auch wenn die Lizenz von einer anderen Landesmedienanstalt erteilt wurde, wie z.B. bei SAT.1, Pro7, RTL II, Das Vierte oder DMAX). Dazu kommen zwei landesweite Fensterprogramme (bei SAT.1 und RTL), 17 lokale oder regionale Programme und neun weitere lokale Spartenangebote. Gleiches gilt für den Hörfunk mit drei bundesweiten Angeboten, einem landesweiten Programm, 62 Lokalradios sowie drei landesweiten und 13 lokalen Digitalradios. Die Erträge von rd. 6 Mrd. Euro (2009) im privaten Fernsehen ohne Teleshopping sind seit 2000 sehr konstant und verteilen sich über die einzelnen Bundesländer sehr unterschiedlich. Bayern nimmt mit dem insgesamt höchsten Umsatzanteil von 43,3% die Spitzenposition ein.

Der private Rundfunk ist ein bedeutender Arbeitgeber. In der bayerischen Rundfunkwirtschaft waren nach der veröffentlichten Studie der Landesrundfunkanstalten zu Beschäftigten und wirtschaftlicher Lage des Rundfunks in Deutschland 2008/2009 knapp 17 000 Mitarbeiter bundesweit beschäftigt, davon knapp ein Drittel (31,4 % oder 5.734 Beschäftigte) in Bayern.

Der Bayerische Rundfunk als öffentlich-rechtlicher Sender in Bayern nimmt innerhalb der ARD-Mitglieder mit etwa 4.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern den vierten Rang ein. 2009 flossen rund 490 Millionen Euro für Leistungen und Material in die Wirtschaft. Als einzige ARD-Anstalt hat der BR zwei Fernsehprogramme und zehn Hörfunkprogramme, deren Marktanteil 2010 über dem der Privaten lag. Im Ausland ist der BR für die Arbeitsgemeinschaft der Rundfunkanstalten Deutschlands (ARD) präsent mit Büros in Wien, London, Paris, Brüssel, Rom, Tel Aviv, Washington und Buenos Aires sowie Istanbul und Teheran.

 

Bayern als attraktiver Film- und Gamesproduktionsstandort in Deutschland

Bayern ist einer der führenden Filmstandorte Deutschlands. Das reicht von der Produktion über den Vertrieb bis zur Technik; sämtliche Schritte des Produktionsprozesses sind abgedeckt. Laut einer Studie des Unternehmensberaters Ernst & Young (mitgeteilt von FGF e.V. = Fördergemeinschaft Filmtechnik in Bayern sowie der Cinec, Filmtechnik-Messe) erwirtschaftet allein der Standort München rund 40 Prozent aller bundesweiten Umsätze bei filmwirtschaftlichen Unternehmen. 23 der deutschen TOP-100-Medienunternehmen haben ihren Sitz in Bayern sowie rund 2.000 filmwirtschaftliche Produktionsbetriebe mit ungefähr 9.000 Beschäftigten (Anteil bundesweit: 23 Prozent).

Die Bavaria Film Gruppe ( http://www.bavaria-film.de/) mit ihren zahlreichen Tochterunternehmen ist einer der filmischen Hauptakteure in Bayern mit einem Umsatz im Geschäftsjahr 2008/2009 von rund 223,5 Mio. Euro. Bavaria Studio in München/Geiselgasteig zählt zu Europas bedeutendsten Studiobetrieben. Nationaler Marktführer in Verleih und Produktion ist die börsennotierte Constantin Film AG. Im Bereich Filmtechnik sind mehr als 75 Firmen tätig, rund die Hälfte aller weltweit in der Filmtechnik engagierten Unternehmen haben ihren Sitz in Bayern. Die bekanntesten sind ARRI, Sachtler oder Panther.

Zudem hat sich der FilmFernsehFonds Bayern ( http://www.fff-bayern.de/) zu einer der im Bundesvergleich erfolgreichsten Filmfördereinrichtungen entwickelt. Mit FFF-geförderten Filmen wurde 2009 insgesamt ein Produktionsvolumen von 295 Mio. Euro umgesetzt, es ergab sich ein „Bayerneffekt“ von über 330 Prozent. Das Produktionsvolumen aller geförderten Kino- und Fernsehfilmprojekte im Jahr 2010 betrug 330 Millionen Euro, der Regionaleffekt der Kinofilmproduktion lag bei 433 Prozent. FFF-geförderte Filme verbuchten im Jahr 2009 23 Mio. Kinobesucher, elf wurden Besuchermillionäre.

Für den Hightech- und Medienstandort Bayern wird die Computer- und Videospielindustrie als Wachstumsfaktor zunehmend wichtiger und ein stark technologiegetriebener Markt mit dem Potenzial für qualifizierte Arbeitsplätze im kreativen-technischen Bereich. Namhafte Unternehmen aller Wertschöpfungsstufen sind bereits in Bayern angesiedelt. Mit Unterstützung der Bayerischen Staatsregierung wurde 2008 der jährliche Fachkongress „Munich Gaming“ ins Leben gerufen. Zudem ist Bayern bundesweit führend in der Förderung von Spieleentwicklung, Prototypenentwicklung und Produktion kulturell und pädagogisch wertvoller Spiele mit jährlich ca 460 000 €.

Auch bei der qualitativen Standortbewertung wurde in der IHK-Studie ein Top-Ergebnis erzielt. Ausschlaggebend waren hier unter anderem die Verfügbarkeit und Qualifikation des Personals, die technische Produktionsinfrastruktur und die Studiokapazitäten, unkomplizierte Kooperation mit Behörden und günstige Zukunftsperspektiven als Medienstandort.