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Bildung
PISA und Ländervergleich
PISA 2009 – Bilanz nach einem Jahrzehnt
Die Zahlen der PISA-Studie zeigen einen klaren Aufwärtstrend. Dazu haben Bund und Länder mit ihren Bildungsinvestitionen auch in Zeiten der Krise beigetragen. Dieser Weg soll konsequent fortgesetzt werden.
Die PISA-Studie wird seit 2000 im Abstand von drei Jahren durchgeführt. Dabei werden die Kompetenzen der 15-Jährigen in den zentralen Bereichen
- Lesen, Schwerpunktbereich 2000 und 2009
- Mathematik, Schwerpunktbereich 2003
- Naturwissenschaften, Schwerpunktbereich 2006
getestet.
Deutsche Schüler verbessern sich kontinuierlich
Seit PISA 2000 haben sich deutsche Schüler in den getesteten Kompetenzbereichen Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften bis zu PISA 2009 kontinuierlich verbessert: Lagen deutsche Schüler bei PISA 2000 in allen Bereichen unter dem OECD-Durchschnitt, liegen ihre Leistungen nun im OECD-Durchschnitt (Lesen) oder darüber (Mathematik, Naturwissenschaften). Die Entwicklung ist nicht selbstverständlich, da es nur wenige Staaten gibt, die sich wie Deutschland in allen getesteten Bereichen über das letzte Jahrzehnt verbessert haben!
Bildungsgerechtigkeit hat sich verbessert
Neben den getesteten Kompetenzbereichen zeichnet sich auch bei der seit der PISA-2000-Studie stark diskutierten Frage der Bildungsgerechtigkeit eine erfreuliche Entwicklung ab.
- Generell gilt: Ein Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Kompetenzerwerb besteht in allen Staaten. Im Gegensatz zu vielen anderen Staaten hat sich der Zusammenhang in Deutschland von PISA 2000 bis PISA 2009 deutlich abgeschwächt und liegt nun auf OECD-Durchschnittsniveau. Das heißt: Die Bildungsgerechtigkeit in Deutschland hat sich verbessert, weil die familiäre Herkunft weniger über den Leistungszuwachs der einzelnen Schüler entscheidet.
- Deutlich verbessert seit PISA 2000 haben sich auch die Ergebnisse von Kindern mit Migrationshintergrund. Sie konnten ihre Leseleistung um 26 Punkte steigern, wenn auch nicht bei allen ethnischen Gruppen in gleicher Weise. Die Unterschiede zu Kindern ohne Migrationshintergrund sind allerdings noch groß. Deshalb werden trotz der grundsätzlich positiven Entwicklung Leistungsschwächere sowie Schüler mit Migrationshintergrund gezielt gefördert.
Innerdeutsche Ländervergleich 2009 mit rund 40 000 Schülern
Beim Ländervergleich 2009 wurde erstmals untersucht, inwieweit die deutschen Länder die von der Konferenz der Kultusminister (KMK) gesetzten Bildungsstandards im Fach Deutsch (Lesekompetenz, Kompetenz im Zuhören, orthografische Kompetenz) und in der ersten Fremdsprache Englisch (Leseverstehen, Hörverstehen) erreichen. Getestet wurden Schüler der 9. Jahrgangsstufe aller Schularten der Sekundarstufe I. Der innerdeutsche Ländervergleich löst die bisherige PISA-E-Studie ab. Am Ländervergleich im Frühjahr 2009 hatten deutschlandweit rund 40 000 Schüler an 1 500 Schulen teilgenommen. In Bayern stellten sich 2 950 Schüler an 93 Schulen dem Test.
Bayerns Schüler auf Platz 1
In allen untersuchten Bereichen schnitten die bayerischen Schüler als beste ab, mit einem Vorsprung von bis zu zwei Schuljahren gegenüber Mitschülern aus anderen Ländern. Es zeigte sich, dass die Bildungsstandards im Freistaat hervorragend umgesetzt werden. Die Ergebnisse bestätigen die hohen Leistungen der bayerischen Schüler aller weiterführenden Schularten und die Qualitätsstrategie im differenzierten Schulwesen im Freistaat. Das Engagement und die hohe Qualifikation der bayerischen Lehrkräfte ist laut der an der Studie beteiligten Wissenschaftlern eine wichtige Grundlage für das erfolgreiche Abschneiden des Freistaats.
Bestätigung für bayerische Bildungspolitik
Die Stabilität im bayerischen Bildungssystem erweist sich in diesem Zusammenhang als Garant für ein gleichbleibend hohes Bildungsniveau. Dennoch fordern demographische und gesellschaftliche Veränderungen eine moderate, aber konsequente Weiterentwicklung in allen Bereichen. Die Schwerpunkte liegen aktuell
- auf der individuellen Förderung, auch und insbesondere für Kinder mit Migrationshintergrund
- dem Ausbau der Ganztagesschulen und der wohnortnahen Versorgung mit einem weiterführenden Schulangebot in Form der neuen Mittelschulverbünde. Dadurch soll die Teilhabegerechtigkeit und die Durchlässigkeit weiter erhöht werden.